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19. Januar 2014 / AugenZeugeKunst

Christoph Schlingensief in den Kunst-Werken Berlin

Nachdem wir es im Dezember und Januar nicht geschafft hatten, verabredeten wir (Susanne Haun, Roswitha Weber und ich) uns nun endlich, kurz vor Ausstellungsende, zur Ausstellung über Christoph Schlingensief in den Kunst-Werken Berlin.

Provozierend, überbordend, orgiastisch, trashig, radikal, viel und alles gleichzeitig, so mein persönlicher Eindruck von dieser Werkschau und von der Person Christoph Schlingensief.  Man wird in seine Welt hineingesogen und nachher entkräftet wieder ausgespuckt. Roswitha meinte dazu „die Ausstellung ist wie Schlingensief selbst war“. Sie muss es wissen, denn sie hat ihn in seiner Funktion als Theaterregisseur persönlich kennengelernt.

© Foto von Anna-Maria Weber 2014Die Sound-Installation im Treppenhaus der KW ist besonders imposant. Man hört Regieanweisungen vom Meister selbst. Ausrufe wie: „Wieso ist denn hier oben eigentlich niemand“ oder „wo ist eigentlich meine Brille“ lassen Schlingensief auferstehen. Magisch angezogen folgt man seinem Ruf und steigt brav alle Treppen bis zum 3. Obergeschoss empor. Dort werden die Filme der „Deutschlandtrilogie“ sowie „Die 120 Tage von Bottrop (1996)“ gleichzeitig auf vier Leinwänden in einem Raum gezeigt. Man hat also nicht wirklich eine Chance sich einen der Filme ansatzweise anzuschauen, aber man bekommt einen Gesamteindruck.

In allen Etagen werden überwiegend Filme gezeigt. Von Schlingensief gedrehte Filme, Video-Dokumentationen zu Theater-Inszenierungen und Aktionen von ihm, Interviews und TV-Sendungen mit ihm. Da die Filme auf Fernsehbildschirmen mit jeweils einem Kopfhörer präsentiert sind, fällt die Wahl schwer bzw. bietet sie sich kaum, weil die Plätze fast immer besetzt sind.

Im Erdgeschoss schlägt mein Herz höher, denn hier ist die Installation „Animatograph Edition Parsipark (Ragnarök)“ ausgestellt, der ich bereits 2006 in Leipzig im Museum der bildenden Künste begegnet war. Das gute Stück war dort Dank Harald Falckenberg für fünf Monate stationiert, bevor es in die Deichtorhallen Hamburg überführt wurde. Schlingensief selbst sagte zu dem Werk: „Ich komme vom Film. 1993 kam das Theater dazu, vor drei Jahren Bayreuth, dazwischen Aktionen. All das zusammenzuführen, die Idee, ein Kino zu bauen, in dem der Mensch als Projektionsfläche dient und selbst projiziert, die habe ich hier zu verwirklichen versucht. (…) Hier wird der Raum zur Zeit, eine ganz langsam sich drehende Scheibe.“ (aus einem Interview mit Jürgen Kleindienst – hier  nachzulesen). Hier laufen also alle Fäden zusammen.

Susanne Haun hat auch über unseren Ausstellungsbesuch geschrieben. Den Artikel findet ihr hier: Reizüberflutung – Besuch der Christoph Schlingensief Ausstellung in den KW.

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